Gestaltung der studentischen Übungssitzungen

Die studentisch gestalteten Sitzungen sind als anwendungsorientierte Übungssitzungen konzipiert. Sie sollen kein klassisches Referat sein, sondern eine fachlich strukturierte Arbeitsphase auf Basis eines eigenständig entwickelten QGIS-Mini-Projekts. Ziel ist es, eine reale räumliche Fragestellung so aufzubereiten, dass die Teilnehmenden nicht nur Ergebnisse sehen, sondern Analyseweg, Entscheidungslogik und Grenzen der Aussage nachvollziehen und diskutieren können.

Grundprinzip

Die studentische Sitzung ist keine reine Präsentation, sondern eine Übungssitzung mit aktivem Beteiligungsanteil. Das spätere QGIS-Projekt dient dabei nicht nur als Abgabeprodukt, sondern als Arbeitsgrundlage der Sitzung.

Erwartet wird eine Verbindung aus:

  1. kurzer Einführung in Problem und Raumfrage (max. 5 Minuten),
  2. kompakter Darstellung des QGIS-Projekts (max. 10 Minuten),
  3. aktivierendem Übungs- oder Diskussionsanteil (max. 60 Minuten),
  4. gemeinsamer Auswertung und kritischer Reflexion (max. 15 Minuten).

Nicht ausreichend ist eine lineare Folienpräsentation mit kurzer Fragerunde. Erwartet wird eine erkennbare Arbeits- und Beteiligungsphase.

Verbindliche Struktur der Sitzung

Jede studentische Sitzung soll vier Teile enthalten:

1. Problemaufriss und Arbeitsauftrag

Kurze Einführung in Problem, Untersuchungsraum, Relevanz und Ziel der Sitzung.

2. Verdichtete Projektdemonstration

Kompakte Darstellung von Datengrundlage, Analyseidee, zentralen Verarbeitungsschritten und Ergebnissen.

Der reine Präsentationsteil darf maximal 15 Minuten dauern. Die Sitzung soll nicht durch einen langen Vortrag geprägt sein, sondern genügend Zeit für den Übungs- und Diskussionsteil lassen.

3. Aktivierender Übungsanteil

Im Zentrum der Sitzung steht ein aktiver Arbeitsanteil. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Bewertung alternativer Standorte auf Karten,
  • Diskussion und Gewichtung von Kriterien,
  • Vergleich mehrerer Ergebnisvarianten,
  • kurze Gruppenaufgaben zur Karten- oder Workflowinterpretation,
  • Reflexion über Schwellenwerte, Datenwahl und Unsicherheiten.

4. Auswertung und kritische Reflexion

Zum Abschluss werden Ergebnisse, Grenzen, Unsicherheiten und mögliche Alternativen gemeinsam eingeordnet.

Rolle des QGIS-Projekts

Das QGIS-Projekt soll so vorbereitet sein, dass es in der Sitzung als nachvollziehbare Arbeitsgrundlage dient. Im Idealfall soll sichtbar werden,

  • wie die Fragestellung operationalisiert wurde,
  • welche Daten und Layer verwendet wurden,
  • welche Analyseentscheidungen getroffen wurden,
  • und wie daraus ein Ergebnis entstanden ist.

Da es sich um ein Work-in-Progress-Projekt handelt, muss die Sitzung kein vollständig abgeschlossenes Ergebnis präsentieren. Sie kann vielmehr auch dazu dienen, besondere Problembereiche, methodische Schwierigkeiten und offene Fragen zum Gegenstand der gemeinsamen Arbeit zu machen. Voraussetzung ist, dass diese Punkte aus dem bisherigen Projektverlauf heraus entwickelt werden. Es soll also erkennbar werden, welche Schritte bereits unternommen wurden, welche Lösungsansätze getestet wurden, an welchen Stellen Probleme aufgetreten sind und warum diese bislang nicht zufriedenstellend gelöst werden konnten.

Die Sitzung ist zwingend anwendungsbasiert und nicht nur folienbasiert sein.

Bewertung der Sitzungsgestaltung

Bewertet wird nicht nur die fachliche Qualität, sondern auch,

  • ob die Sitzung als Übungssitzung erkennbar gestaltet ist,
  • ob die Teilnehmenden sinnvoll aktiviert werden,
  • ob Probleme, Daten, Methode und Ergebnis verständlich vermittelt werden,
  • und ob Grenzen und Unsicherheiten kritisch reflektiert werden.